Wie süchtig sind wir? – Roklen24.cz

Der Besuch von Angela Merkel ist beendet. Trotz aller möglichen Antworten kann seine Bedeutung nicht angezweifelt werden, vor allem wegen der sehr wirtschaftlichen Verbindung zwischen der tschechischen und der deutschen Wirtschaft. Im Anschluss daran erstellte der Verband kleiner und mittlerer Unternehmen und Unternehmer in Zusammenarbeit mit der Komerční banka eine aktuelle Analyse der Handels- und Investitionsaktivitäten zwischen der Tschechischen Republik und Deutschland. Wie abhängig sind wir also von Deutschland?

Deutschland dominiert den internationalen Handel tschechischer Unternehmen. Seit 2010 ist der Export unserer Unternehmen nach Deutschland um mehr als 50 % gestiegen, während der Import im gleichen Zeitraum sogar um 60 % gestiegen ist. Gleichzeitig geht fast ein Drittel unserer Exporte ausschließlich nach Bayern. Weniger als viertausend deutsche Investoren halten auch den größten Anteil an ausländischem Kapital in der Tschechischen Republik, der seit der Unabhängigkeit Tschechiens bereits bei 21,9 % liegt. Der Verband der kleinen und mittleren Unternehmen und Handwerker der Tschechischen Republik (AMSP ČR) und die Komerční banka legen anlässlich des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel eine aktuelle Analyse der Handels- und Investitionsaktivitäten zwischen der Tschechischen Republik und Deutschland vor .

Die Analyse zeigt, dass Deutschland mit einem Anteil von 32,3 % das wichtigste Exportziel für heimische Unternehmen ist. Das Wachstum der Exporte nach Deutschland stieg zwischen 2010 und 2015 um mehr als 50 %, im letzten Kalenderjahr (2015) wuchsen die Exporte nach Deutschland um 8,6 %, was mehr als die durchschnittliche Exportrate (7,5 %) ist. Damit bestätigt sich der Trend aus dem Jahr 2014, als die Exporte nach Deutschland mit einem Rekordwachstum von 16,8 % wuchsen und auch das durchschnittliche Wachstum von 13 % übertrafen.

Auch hinsichtlich der Wertschöpfung der Exporteure ist Deutschland mit einem Anteil von 19 % an der gesamten Wertschöpfung unserer Exporteure der wichtigste Handelspartner.

Der Hauptartikel der inländischen Exporte nach Deutschland sind Autos und Zubehör für die Automobilindustrie, die 19,7 % des Gesamtexports ausmachen, gefolgt von Exporten von computerbasierten Geräten und Produkten für die Möbelindustrie.

Es lässt sich nur schwer abschätzen, wie viele Exporte, die nach Deutschland gehen, tatsächlich nicht bei unseren Nachbarn landen, sondern als Reexporte gelten. Die Analyse zeigt, dass sich allein die Reexporte über Deutschland nach China auf 52 Milliarden Kronen belaufen, was mehr ist als die inländischen Direktexporte nach China (45 Milliarden Kronen).

Mit einem Anteil von 26 % ist Deutschland seit langem auch bei den Importen größter Handelspartner und übertrifft damit den zweiten Platz im Ranking, China, fast doppelt. Im Zeitraum 2010-2015 stiegen die Importe aus Deutschland sogar um 60 %. Im letzten Kalenderjahr kopierte das Wachstum der Importe aus Deutschland (8,4 %) die Gesamtwachstumsrate der Importe (8,6 %). Ähnlich wie bei den Exporten dominieren auch bei den Importen Automobile und deren Zubehör (13,6 %), gefolgt von Computertechnik und Chemikalien.

Der entscheidende Handelspartner der Bundesländer ist Bayern, wohin 29,2 % des Gesamtexports nach Deutschland gehen, von wo wir wiederum 16,4 % aller deutschen Produkte importieren. Weitere wichtige Export- und Importziele sind Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Der Anteil der Dienstleistungen an der Gesamtbilanz inländischer Unternehmen nach Deutschland beträgt 10 % der Gesamtexporte und 11 % der Gesamtimporte, wobei die bedeutendsten Posten Tourismus und Verkehr sind.

Mit insgesamt 21,9 % aller internationalen Investitionen in Tschechien seit 1993 ist Deutschland der größte Investor, während es in Tschechien derzeit schätzungsweise 3.500–4.000 Unternehmen mit deutscher Beteiligung gibt. Die Hauptinteressen deutscher Investoren liegen im Automobilbereich, im Handel, bei Finanzdienstleistungen und in der Produktion von Elektrogeräten. In Deutschland hingegen gibt es etwa 150 Unternehmen mit mehr als fünfzigprozentiger Beteiligung tschechischer Unternehmen, die mindestens drei Mitarbeiter beschäftigen.

Marten Eichel

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