Die deutsche Wirtschaft wächst um 1,6 %, getragen von Konsum und öffentlichen Ausgaben

Dieser Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wurde durch das Ende der Beschränkungen, die es den Verbrauchern ermöglichten, ihre angesammelten Ersparnisse auszugeben, sowie durch die Konjunkturpolitik des deutschen Staates getrieben. In diesem Sinne stieg der Konsum zwischen April und Juni um 3,2 %, während die öffentlichen Ausgaben um 1,8 % anstiegen.

Staatsausgaben zur Abfederung der Auswirkungen der Coronavirus-Krise wurden durch die Aufnahme von Schulden finanziert, die sich auf das von Angela Merkel angeführte Staatsdefizit auswirkten. Es erreichte 95 Milliarden US-Dollar, was 4,7% des BIP entspricht und den höchsten Wert seit 26 Jahren darstellt.

Die Bundesbank (Deutschlands Zentralbank) erwartet, dass sie das ganze Jahr über weiter steigen und 5 % des BIP überschreiten wird, so die Nachrichtenagentur DPA, was in der Europäischen Union nach der durch die Pandemie verursachten Krise zulässig ist mit den Regeln des Stabilitäts- und Wachstumspakts brechen, der ein Defizit von nicht mehr als 3 % festlegt.

Konstantes Kapital (bestehend aus Maschinen und Anlagen der Firmen) stieg um 0,3%, während der Handelsaustausch ebenfalls im positiven Bereich lag: Die Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen stiegen um 0,5% und die Einfuhren um 2,1%.

Analog zum gestrigen Trend des von IHS Markit veröffentlichten Eurozone Purchasing Managers Index (PMI) steht der Dienstleistungssektor besser da als der verarbeitende Sektor: Versorger, Bildung und Gesundheitswesen; und Transport, Unterkunft, Austausch und Gastronomie stiegen um 3,8% bzw. 1,1%, während das verarbeitende Gewerbe im zweiten Quartal um 1,3% zurückging.

Dem Bericht zufolge hat Deutschland das Vor-Pandemie-Niveau noch nicht erreicht und erlebte zu diesem Zeitpunkt die größte Rezession seit der globalen Finanzkrise 2009. Das BIP liegt weiterhin 3,3% unter dem letzten Quartal 2019 und laut Bundesbank fiel das Wachstum im ersten Halbjahr dieses Jahres mit einem erwarteten Plus von rund 4 % geringer aus als erwartet.

Auch andere europäische Länder schnitten bei ihren jährlichen BIP-Indikatoren besser ab: Spanien wuchs um 19,8 %, Frankreich um 18,7 % und Italien um 17,3 %.

Allerdings erlitten diese Volkswirtschaften im Gegensatz zu Deutschland zum Zeitpunkt der ersten Coronavirus-Welle einen stärkeren Rückgang.

Aldrich Vonnegut

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