Deutschland kritisiert die tschechische Bahn nach dem Unfall scharf. Sie sind nicht gut gesichert, warnt er

Das Sicherheitssystem der tschechischen Bahnen müsse dringend überarbeitet werden, mahnt der Ehrenvorsitzende des deutschen Fahrgastverbandes Pro Bahn, Karl-Peter Naumann. Er reagiert damit auf den Unfall am Mittwoch bei Domažlice, bei dem ein Schnellzug aus München mit einem anderen Personenzug kollidierte, bei dem drei Opfer und Dutzende Verletzte gefordert wurden. Auch andere Vertreter deutscher Bahnverbände äußerten sich kritisch.

„Das tschechische Eisenbahnsicherheitssystem muss dringend überarbeitet werden. Die Regierung weiß davon und arbeitet daran, aber es wird lange dauern“, wird die Website zitiert Zdopravy.cz Ehrenvorsitzender des Deutschen Personenverkehrsverbandes PRO BAHN Karel-Peter Naumann.

Der Kritik schloss sich auch die Allianz Bahnverband Schiene an, die über 150 Unternehmen der Bahnbranche in Deutschland vereint. „Tschechien liegt bei der Bahn- und Straßensicherheit unter dem europäischen Durchschnitt. Es gibt viel zu tun, insbesondere bei den Bahnsicherheitssystemen“, schrieb die Allianz auf Twitter.

Sie fügte auch Statistiken hinzu, in denen die Zahl der Todesfälle bei Autounfällen und Zugunfällen in der Tschechischen Republik verglichen wurde Deutschland zum EU-Durchschnitt. Die Daten stammen von der European Railway Agency (ERA).

Bei der Zahl der Verkehrstoten im Schienenverkehr pro Milliarde Personenkilometer (Zahl der von Personenverkehrsunternehmen gefahrenen Kilometer multipliziert mit der Zahl der Fahrgäste) erreichte Tschechien von 2009 bis 2018 0,29, was mehr als dem Dreifachen des europäischen Durchschnitts entspricht. Deutschland ist dagegen 0,03 besser als der EU-Durchschnitt von 0,09. Gleichzeitig zeigten die Daten, dass in der Tschechischen Republik ein Auto 18-mal häufiger stirbt als ein Zug.

Auch deutsche Medien schrieben am Mittwoch über Sicherheitsprobleme in Tschechien. Auf tschechischen Bahnen kommt es immer noch zu Unfällen, schrieb die Agentur DPA, und die lokale Sicherheitstechnik werde vielerorts als veraltet angesehen. Die deutschen Medien erinnern auch daran, dass bei der Kollision von Personenzügen bei Pernink in der Karlsbader Region im vergangenen Jahr zwei Menschen, darunter ein Deutscher, ums Leben gekommen sind. „Aber noch ist nichts getan“, sagte ein ARD-Reporter dem Morgenmagazin Brisant.

Der Unfall ereignete sich am Mittwoch auf einer eingleisigen Strecke in der Nähe des Dorfes Milavče in der Region Domažlice. Der Verkehrsminister Karel Havlíček (JA) erklärte, dass der Westexpress ein Signal in der Stellung Stůj in der Weiche Radonice passiert habe. So fuhr der Zug ohne Erlaubnis in den Abschnitt ein. Es kann ein Treiberfehler oder ein technischer Fehler sein. Die Polizei ermittelt in der Angelegenheit als mögliche allgemeine Fahrlässigkeitsdrohung.

Im Zug aus München befanden sich mehrere deutsche Staatsbürger, die sich anschließend unter den Verletzten befanden. Auch deutsche Rettungskräfte griffen in den Unfall ein, das Bayerische Rote Kreuz schickte 15 Rettungswagen und Rettungswagen mit insgesamt 50 Sanitätern zum Einsatzort. Der Einsatzleiter der bayerischen Retter Tobias Muhr sagte gegenüber ČTK, dass die Zusammenarbeit mit den Tschechen reibungslos verlief, da jeder wisse, was zu tun sei. Unter den verletzten Deutschen seien junge Menschen, die in den Ferien nach Prag gefahren seien, teilte das ARD-Fernsehen mit.

Nach Angaben der Eisenbahnverwaltung (SŽ) ist die Unfallstrecke nicht nur mit Signalen, sondern auch mit einer Relaissicherung ausgestattet und der Betrieb wird von einem Fahrdienstleiter ferngesteuert. Die höchste Sicherheitseinrichtung auf Inlandsstrecken ist das europäische ETCS-System, das den Zug automatisch auf Distanz stoppt. Allerdings verfügt das Land nur noch über 569 Kilometer Gleise von insgesamt 9.000 Kilometern Eisenbahnen. Die Anlage hat auch nur einen Bruchteil an Lokomotiven und Triebwagen installiert. Die Gesamtkosten für die Einführung des ETCS-Systems werden nach Schätzungen des Verkehrsministeriums in den kommenden Jahren 100 Mrd. CZK übersteigen.

Lukas Iffländer von der Geschäftsführung des Vereins PRO BAHN glaubt, dass es das Fehlen eines modernen Sicherheitssystems und einer veralteten Gleissicherung war, die es dem Schnellfahrer ermöglichten, das Haltekommando zu passieren. Als Lösung sieht Iffländer den oben erwähnten ETCS-Einsatz. „Idealerweise auf Anwendungsebene 2“, sagte er. Das System hat insgesamt drei Ebenen.

„Was Bahnübergänge angeht, ist es in Tschechien nicht viel schlimmer als in Deutschland. Auch auf den Nebenstrecken, die ganz oben in der Unfallstatistik stehen, gibt es viele barrierefreie Übergänge.

Der Zugunglück forderte drei Menschenleben, darunter zwei Lokführer und einen Passagier des Regionalzugs RegioShark.

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Sie hatten nur wenige Sekunden, um zu reagieren. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie nicht alles tun würden, um die Folgen abzuwenden, sagt der Chef der Allianz-Bahnen. | Video: Michael Rozsypal

Aldrich Vonnegut

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